OSZ Teltow

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News-Archiv Schuljahr 2007/08

06. Juni 2008

Mit Hundezahn und Knüpfel

Potsdamer Azubis verändern Metall und Stein

„Ein Findling ist schon seit Millionen von Jahren mit seiner Form zufrieden. Wir tragen die Verantwortung für ihn“ meint Toralf Jaekel, der bekannte uckermärkische Bildhauer zu neun Potsdamer Lehrlingen des 3. Ausbildungsjahres der Metallbearbeiterklasse, die sich im Sonnenschein um Granit und Sandstein scharen. Versteinerte Welten sollen sich unter den Händen der Lehrlinge des Oberstufenzentrums Teltow in ein künstlerisch gestaltetes Objekt wandeln.

In wenigen Tagen erarbeiten sie sich hier in der Werkstatt von Toralf Jaekel erste Grundkenntnisse zu Werkzeugen wie Zahneisen und Knüpfel und Formverläufen im Sandstein. Begegnungen mit Kunst sind für die jungen Männer keine Selbstverständlichkeit. Jeder hat von ihnen sein besonderes Lebenspäckchen zu tragen.

„Das erste halbe Jahr war Schule noch schön“, meint Björn Kunow aus Potsdam- Drewitz auf seine Schulzeit angesprochen. Leicht hatten es dort alle nicht. Durch die praktische Ausbildung an der TÜV- Rheinland Akademie Potsdam, die Planung und Durchführung von Schweiß- und Metallarbeiten mussten sich einige durchkämpfen. „Wir hoffen, dass unsere Azubis auch die praktischen Prüfungen in diesem Sommer bestehen werden“ wünscht sich die Sozialbetreuerin Antje Hanf.

Für sich gelernt haben die Lehrlinge auf jeden Fall: den überschießenden Reaktionen eines ADHS- Syndroms zu begegnen, mit den Tücken von Rechtschreib- und Leseschwächen im Alltag umzugehen, sich einen Arbeitstag lang zu konzentrieren und körperlich die eigenen Grenzen zu erkennen.

Während der Zeit in Christianenhof bei Prenzlau wird eines deutlich, die Anfang 20jährigen sind mit ihrem Ausbildungsmeister Uwe Grabow in drei Jahren zu einem tollen Team zusammengewachsen, auch wenn der Umgangston untereinander rüde erscheint. Gemeinsam bestaunen sie die Schmiedearbeiten der Kunstschmiede „Schröder und Köllner“ in Schleppkow bei Woldek.

In ihren Träumen schmieden sie Highland- und Samuraischwerter. Doch die ersten Schritte in der Schmiedekunst sind nicht einfach. “Besonders eine Spitze zu formen und zu stauchen ist ganz schön schwer“ stellt Marc Jörgler fest. „Ist die Flamme des Schmiedefeuers kirschrot, hat man 500°C und man kann Stahl härten“, erklärt Roland Schröder den Lehrlingen. „Die ideale Temperatur erreicht man bei 1200°C, um Baustahl zu schmieden.“ Mit den ersten Versuchen der jungen Männer ist er zufrieden.

Stolz und kritisch zugleich werden diese zum Feierabend ihre geschmiedeten Kleiderhaken präsentieren.

Gekocht wird nach dem Bad im Waldsee dann abwechselnd. Auch die Ruhigsten der Gruppe sind abends in Gespräche vertieft oder spielen mit Toralf Jaekels Sohn Valentin Fußball. Einige der Großstadtbewohner kriechen bald danach in die Schlafsäcke. Die ungewohnt lauten Vögel der Uckermark ersetzen jeden Wecker!

Und morgen geht es dann weiter mit Hundezahn und Knüpfel…

Elke Buresch

Ausbildungsmöglichkeiten im OSZ:

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