10. Dezember 2009
Im November schlossen das Fraunhofer-Anwendungszentrum Logistiksystemplanung und Informationssysteme (ALI) Cottbus, das Kompetenzzentrum für elektronischen Geschäftsverkehr eCOMM Brandenburg und das Oberstufenzentrum Teltow gemeinsam eine Kooperationsvereinbarung zum Thema „RFID in der Berufsschule“ ab. Gegenstand der Vereinbarung ist, die Berufsschüler der Fachrichtungen Informatik, Anwendungsentwicklung und Systemintegration mit der RadioFrequenzIDentifikationstechnologie (RFID) und ihren Potenzialen in Produktion und Logistik vertraut zu machen. Darüber hinaus sollen die Berufsschüler für die Komplexität der Aufgaben, die im Rahmen von RFID-Industrie-Projekten auf verantwortliche Personen zukommen, sensibilisiert werden.
Den Auftakt der Kooperation bildete am 27. November 2009 eine ganztägige Schulungsveranstaltung. In drei Unterrichtsblöcken vermittelte Dipl.-Ing. Jens Trebus vom Fraunhofer-Anwendungszentrum technische Grundlagen, Wissen rund um die Komponenten eines RFID-Systems und präsentierte typische Anwendungsszenarien. Ein Projektfilm aus der Praxis sowie verschiedene Lesegeräte und Funkchips zum Anfassen und Ausprobieren ergänzten die Theorie.
Im nächsten Schritt geht es darum, dass die Berufsschüler ihre gewonnenen theoretischen Kenntnisse praktisch umsetzen und eine eigene RFID-Anwendung programmieren. Explizit dafür investierte das Oberstufenzentrum in eine Komponenten-Grundausstattung. Gegenstand der Programmierung ist eine RFID-Zugangskontrolle. Dazu führte Ron Kokott, Anwendungsprogrammierer am Fraunhofer ALI, einen Einführungsworkshop durch. Hier demonstrierte er eine Beispielanwendung und besprach mit den Berufsschülern wesentliche technische Eckpunkte der Umsetzung. Nun verbleiben den Programmiererteams des Oberstufenzentrums knapp 8 Wochen Zeit, um das vorgestellte Beispiel nachzuentwickeln oder besser eine eigene Idee zu verwirklichen. Anfang Februar 2010 sind die Teams aufgerufen, vor Vertretern des Kompetenzzentrums für elektronischen Geschäftsverkehr eCOMM Brandenburg und Mitarbeitern des Fraunhofer ALI die Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren.
Kennengelernt haben sich das Oberstufenzentrum Teltow und das Fraunhofer-Anwendungszentrum auf zurückliegenden Fachveranstaltungen, auf denen die Cottbuser Wissenschaftler Vorträge zum Thema RFID-Implementierung in Produktion und Logistik hielten. Das Fraunhofer Ali fokussiert seine Forschungsarbeit auf den Themenkomplex "Objektgebundene Datenflüsse in Wertschöpfungsnetzen“. Moderne Identifikationstechniken, wie z.B. die RFID-Technologie, machen diese objektgebundenen Datenflüsse überhaupt erst realisierbar: die Objekte sind mit ihren beschreibenden Daten (Objekteigenschaften) oder auch Bearbeitungsanweisungen unmittelbar physikalisch verknüpft und bringen so im gesamten Prozess ihren eigenen Datenhaushalt mit. In diesem Kontext setzten sich die Fraunhofer Wissenschaftler intensiv mit der Analyse, Bewertung und Optimierung der Datenflüsse auseinander. Organisationseinheiten und Geschäftsprozesse werden im Hinblick auf einen effizienten Daten- und Informationsfluss untersucht, Verbesserungspotenziale durch moderne und effiziente Tools zur Modellierung und Simulation analysiert und bewertet. Neben technisch/organisatorischen Fragestellungen haben besonders wirtschaftliche Aspekte eine große Bedeutung.
Silke Köhler
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