OSZ Technik Teltow

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News-Archiv Schuljahr 2010/11

22. Januar 2011

Rückblick auf die Ausbildungsmesse 2011

Die Messlatte hängt höher

Die Ausbildungsmesse im OSZ Teltow verzeichnet Aussteller- und Besucherrekord

Nervös überprüfen Auszubildende der Medienberufe ein letztes Mal Kameras und Technik. Pünktlich um 10.00 Uhr am Samstag startet mit eindrucksvollen Geräusch- und Lichteffekten die diesjährige Ausbildungsmesse, eröffnet von den Bürgermeistern, Politikern der Region und Schulleiter Herrn Danker. Aufsteigende Nebel und kraftvolle Klänge lassen die zahlreichen Zuschauer leise und neugierig werden. „So sind wir ja noch nie empfangen worden!“, begrüßt beeindruckt Herr Müller vom Stadtmarketing Teltow die Gäste zu Beginn

Die Messe wird nach seinen Aussagen von den Firmen immer ernster genommen. Grund sei die abzusehende starke Nachfrage nach Fachkräften, die sich durch den Geburtenknick in den nächsten Jahren noch verstärken wird. “Eine Mangelsituation liegt bereits im Pflegebereich vor. Besonders in der Altenpflege ist ein riesiger Bedarf entstanden. Aber auch bei den Frisören, im Handel sowie im Hotel- und Gaststättenwesen bieten wir 250 freie Stellen an.“, wie Jana Spiesicke und Martina Mahrenholz von der Arbeitsagentur berichten.

Eine Berufsberatung bei Frau Lukas benötigt Franziska Vollbrecht (16) nicht. Sie hat gleich die Bewerbungsunterlagen für eine Ausbildungsstelle bei REWE mitgebracht. Aufgeregt präsentiert sie sich den Ausbildern.

„Ich weiß noch nicht, was ich später machen will.“, meint Katrin Buchelt, 13 Jahre, wenig später auf die Frage nach ihren beruflichen Vorstellungen. Sie ist mit ihren Eltern auf die diesjährige Ausbildungsmesse im Oberstufenzentrum Technik in Teltow durch die Medien aufmerksam geworden. „Mich interessiert die Fotografie.“, antwortet sie auf die Frage nach ihren Interessen. „Na und mit Computern kennst du dich aus.“, ergänzt stolz ihr Vater. „Ja, ich habe unseren selber repariert und wieder zum Laufen gebracht.“, berichtet Katrin. Später sieht man sie und ihre Eltern im Gespräch vertieft mit den Lehrern der Medienberufe in einem der offenen Klassenräume sitzen.

Zum Fachraum des Kfz-Bereiches haben sich Dustin Wirdner und Kevin Schwaneke zielgerichtet durchgefragt. Die beiden 16jährigen wollen Kfz-Mechatroniker werden. Sie lassen sich von Fachlehrer Klaus Salewski erklären, welche Ausbildungsinhalte sie in 3,5 Lehrjahren so erwarten. Die gut präsentierte Werkstatt mit großem Motor und Schauwänden lässt Jungenherzen höher schlagen.

Praktisch am Stand gleich nebenan können die beiden mit der Personalentwicklerin Mandy Kroll von Riller und Schnauck oder den Vertretern von VW ein Vorstellungsgespräch führen. „Uns von VW geht es um die Marktwahrnehmung. Langfristig benötigen wir geeignete Bewerber für unsere Ausbildung. Noch können wir bedarfsdeckend ausbilden, doch noch vor 2-3 Jahren kamen 20-30 Bewerber auf eine Stelle.“ Dieser Trend macht allgemein viele Unternehmen Sorgen. Es fällt dem Besucher auf, dass vom Praktikum bis zum Studium an der Betriebsakademie viele Unternehmen den Absolventen von Schule oder Berufsausbildung zunehmend erweiterte Chancen bieten.

Auch Bernd-Michael Stürmer, der Ausbildungsmeister von MTU, erläutert jungen Besuchern die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten, die sein weltweit aufgestelltes Unternehmen zu bieten hat. „Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter sich so verwirklichen können, dass sie unserer Firma treu bleiben.“, erklärt Herr Schirmer. Zusätzliche Qualifikationen für Mitarbeiter seiner Firma könne er sich deshalb berufsbegleitend vorstellen. Seinen Neffen Christoph Menzel hat er erfolgreich neugierig gemacht auf einen Beruf im Metallbereich. Er absolviert seit über 2 Jahren seinen theoretischen Unterricht am OSZ Technik Teltow. „Wir brauchen junge, gut ausgebildete Fachkräfte, um unser hohes fachliches Niveau zu halten, damit unser Standort erhalten bleibt.“, betont Staatssekretär Martin Gorholt. „Eltern wollen, dass ihre Kinder in der Region bleiben und nicht weit weg ziehen. Unsere Bevölkerung soll in der Region zusammengehalten werden.“, ergänzt Sören Kosanke (SPD).

Solche großen Gedanken bewegen die zahnspangenblitzenden Gymnasiasten und Schüler und Schülerinnen, die mit Freunden im Schlepptau aufgekratzt die Firmenstände begutachten, nicht. „Ich will nur mal schauen, was es so gibt.“, erklärte Pauline Robert aus der 13. Klasse, die mit zwei Freunden vorbei schaut. Wie sie haben viele Besucher über eine Postkarte im Briefkasten von der Ausbildungsmesse erfahren. Ungeduldig will sich der 19jährige Stefan Hauck wieder ins Gedränge schieben.

Ausbildungsanforderungen an die Realität in den Ausbildungsfirmen anzupassen, um den hohen technischen Standards in der Wirtschaft gerecht zu werden, erscheint vielen Firmen wichtig. Die Verknappung des Angebotes an Fachkräften in unserer Region bringt jedoch nicht nur Nachteile. Jugendliche, die vorher keine Chance auf dem Ausbildungsmarkt hatten, werden nun umworben. Die firmenfinanzierte Ausbildung und Weiterqualifizierungen sollen die Mitarbeiter zum Bleiben animieren.

Auf die Frage, in wie weit der große Bedarf an Fachkräften sich nachwirkend positiv auf die Höhe des monatlichen Lohnes auswirken werde, bestätigen die Mitarbeiterinnen der Arbeitsagentur in einigen Berufen einen zaghaften Trend nach oben.

Die in unserer Region sich neu präsentierende international aufgestellte Firma NextiraOne hat keinen Nachwuchsmangel. Annette Mann, die für Personalfragen zuständige Mitarbeiterin, möchte gern eng mit den Fachlehrern am OSZ zusammenarbeiten. Erfreut zeigt sie sich über die Möglichkeit, die Qualität der Ausbildung für ihre Fachinformatiker/innen für Systemintegration durch ein in die Ausbildung integriertes EU-Auslandspraktikum zu erhöhen.

Das Oberstufenzentrum in Teltow als Veranstaltungsort erscheint als gelungener Treffpunkt für Firmen und Azubis, denen ein vertiefter Einblick in die Ausbildungs- und Berufspraxis geben werden konnte. An Engagement fehlt es jedenfalls nicht, wie die inszenierte Bühnenshow der Lehrlinge des OSZ auch beim Auftritt der Band „Kings of Pofahl“ live zeigte.

Das OSZ passe inhaltlich gut zu den Ausstellungsbetrieben. Toll sei ebenfalls die unkomplizierte und enge Zusammenarbeit, äußerte Herr Müller vom Stadtmarketing. „Vielleicht sollte man so was hier verankern!“, schlägt Bürgermeister Schmidt am Ende seiner Ausführungen vor.

„Die Messlatte hängt höher“ - für alle.

 

Elke Buresch

 

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