OSZ Technik Teltow

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News-Archiv Schuljahr 2010/11

18. März 2011

Besuch der MG 81 im Hauptstadtstudio der Deutschen Welle und bei der Bundespressekonferenz

„Wer in diesen Beruf will, muss sich auf wenig Freizeit einstellen“, sagt Jens Thurau, während er uns – der Klasse MG81 vom OSZ Teltow – am Freitag den 18.03.2011 die Arbeit bei der Deutschen Welle in Berlin erklärt.

Der Journalist ist seit 1994 beim Deutschen Auslandsrundfunk und dort der Experte für Umweltthemen. Gerade jetzt, wo in Japan der atomare Super-GAU droht und in Deutschland über den Ausstieg aus der Atomenergie diskutiert wird, hat Jens Thurau viel zu tun. Schließlich muss er die innenpolitischen Vorgänge zusammenfassen und den deutschen Sichtweisen auf verschiedene Themen Gehör in der Welt verschaffen. So steht es im § 4 des Deutsche-Welle-Gesetzes.

Der Sender ist eine gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts, erhält aber keine Rundfunkgebühren. Etwa 270 Mio. Euro bekommt die Deutsche Welle aktuell aus Steuermitteln des Bundeshaushalts. Für Jens Thurau ist dieses Finanzierungsprinzip kein Problem. Die Pressefreiheit werde durch das Fehlen einer Fachaufsicht gewahrt.

Besuch von Regierungsvertretern bekommen die Journalisten trotzdem wöchentlich. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag findet im Pressehaus am Schiffbauerdamm die Bundespressekonferenz statt. Eine weltweit einmalige Institution, weil üblicherweise die Regierung die Medien einlädt – und nicht anders herum. Trotzdem schütze das nicht immer vor politischen Floskeln der Regierungsvertreter: „Manchmal weiß ich nachher auch nicht mehr als vorher“, meint Jens Thurau mit einem Schmunzeln im Gesicht. Wenig später begleitet er uns in den von außen betrachtet architektonisch auffälligen Saal. Fotos von Gästen sind dort nur vor Beginn der Pressekonferenz erlaubt. Einige Kamerateams haben sich schon eingerichtet, auch wir sitzen bereits auf unseren Plätzen. Kurz darauf betreten die ersten Regierungspressesprecher den Saal, leider ist heute kein Minister darunter.

Pünktlich um 11.30 Uhr wird die Veranstaltung vom Vorsitzenden der Bundespressekonferenz Dr. Gregor Mayntz eröffnet. Dabei begrüßt er auch das OSZ Teltow namentlich. Die Fragen der anwesenden Journalisten lassen nicht lange auf sich warten. Top-Thema des Tages ist trotz der Katastrophe in Japan das nordafrikanische Land Libyen. In der Nacht hatte der UN-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet und damit den Weg für ein Flugverbot frei gemacht. Deutschland hatte sich bei der Abstimmung enthalten. Die Journalisten suchen bei der Pressekonferenz jetzt vor allem nach den Gründen für dieses Verhalten. „Deutschland ist zu 100 Prozent gegen den Diktator Gaddafi“ betont der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans, eine „Stimmenthaltung ist keine Ablehnung“.

Es folgen viele weitere interessante Fragen, auch zum Thema Japan. Um ca. 12.30 Uhr beendet Dr. Mayntz dann die Bundespressekonferenz. Jens Thurau von der Deutschen Welle ist da längst schon wieder unterwegs. Wer in diesem Beruf arbeitet, muss sich eben auf wenig Freizeit einstellen.

 

Phillipp Manzke MG 81

 

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