OSZ Teltow

Berufsschule, Fachoberschule, Berufsfachschule

Wir über uns

News-Archiv Schuljahr 2010/11

25. Mai 2011

In Luftnot saugten die Gefangenen am Türrahmen

Mit Brettern zugenagelte Fenster, ständige künstliche Beleuchtung, Schlafentzug. Das Gefühl für die Zeit ging den oft unschuldigen Gefangenen des KGB-Gefängnisses in der Potsdamer Leistikowstraße zumeist schnell verloren.

Beeindruckt hat uns am 19.5.2011 auch die Düsternis und der feuchte Geruch der Gänge und Keller. Diese Bereiche sind von 1945 an bis zum Abzug der alliierten russischen Streitkräfte 1994 unverändert geblieben.

Russische Soldaten und auch Deutsche wurden auf bloßen Verdacht hin von der Spionageabwehr der sowjetischen Armee verhaftet. Ob unschuldig oder schuldig – ohne Verurteilung verließ kein Gefangener die umgebaute Villa nach einem Jahr. Mindestens 10 Jahre bis 25 Jahre sibirisches Arbeitslager waren die Regel.

Bis zum Einbau der Heizungsanlage in den 50er Jahren war das Überleben der verzweifelten Gefangenen traurig. Keine Möglichkeit, sich zu waschen. Eimer als Toilette in winzigen Zellen. Ein Holzbrett als Schlafgelegenheit für 8-10 Häftlinge, die sich gleichzeitig umdrehen mussten, so eng war es. Stehtoiletten für 10 Minuten und gleichzeitig für alle Mithäftlinge sind für uns undenkbar.

Vergessen kann man auch nicht die Bestrafungszellen: winzige Räume, in denen die Häftlinge nicht sitzen, sich nicht anlehnen – schon gar nicht schlafen konnten.

Von der Verzweiflung zeugen die vielen Einritzungen in deutsch und russisch in den Wänden und Decken. Striche halfen gegen das Vergessen der Zeit.
Fazit:
So einen Unterricht sollte es häufiger und schon im 1. Lehrjahr geben.

Metallbearbeiter der MA82, 3. Lehrjahr

Ausbildungsmöglichkeiten im OSZ:

OSZ Teltow, Potsdamer Straße 4, 14513 Teltow

Telefon: 03328 35070, Telefax: 03328 350717, E-Mail: